Franz Werfel

Franz Werfels Popularität beruht vor allem auf seinen erzählenden Werken und Theaterstücken, über die aber Werfel selbst seine Lyrik setzte.

Geboren wurde er 1890 in Prag als Sohn des wohlhabenden Handschuhfabrikanten Rudolf Werfel und dessen Frau Albine. Die Familie gehörte dem deutschböhmischen Judentum an. Die Frömmigkeit seiner tschechischen Kinderfrau, der Besuch der Privatvolksschule der Piaristen und die barocke Katholizität seiner Heimatstadt prägten den jungen Werfel. Seine Reifeprüfung legte er 1909 am Deutschen Gymnasium in Prag ab. Schon während seiner Schulzeit veröffentlichte er Gedichte.

Nach einem Volontariat bei einer Hamburger Speditionsfirma und dem Militärdienst auf dem Prager Hradschin wurde Werfel von 1912 bis 1915 Lektor beim Kurt-Wolff-Verlag in Leipzig. Mit Max Brod zusammen gab er die expressionistische Schriftenreihe Der jüngste Tag heraus. Werfel beschrieb die Programmatik der Reihe im ersten Prospekt von 1913 so: „Der neue Dichter wird unbedingt sein, von vorn anfangen, für ihn gibt es keine Reminiszenz, denn er, wie kein anderer, wird fühlen, wie wesenlos die Retrospektive auf die Literatur ist.“

Zwischen 1915 und 1917 diente Werfel an der ostgalizischen Front. 1917 wurde er ins Wiener Kriegspressequartier versetzt. Die folgenden zwei Jahrzehnte lebte Werfel in Wien, wo er Alma Mahler kennenlernte. 1918 brachte Alma, noch während ihrer Ehe mit Walter Gropius, Werfels mutmaßlichen Sohn Martin Carl Johannes zur Welt, der 1919 verstarb. Am 7. August 1929 heiratete Werfel Alma Mahler, die 1920 von Gropius geschieden worden war. Friedrich Torberg beschreibt sie in Die Erben der Tante Jolesch (dtv, München 1996. ISBN 3-7844-1693-4) als „Frau von gewaltigem Kunstverstand und Kunstinstinkt. Wenn sie von jemandes Talent überzeugt war, ließ sie für dessen Inhaber – mit einer oft an Brutalität grenzenden Energie – gar keinen anderen Weg mehr offen als den der Erfüllung“.

Die Machtergreifung der Nazis und das Verbot auch seiner Werke zwang Werfel mit Alma über Frankreich ins Exil, das ihn zuletzt nach Hollywood führte. "Fremdsein ist eine gewaltiges Handwerk, das Fleiß und Fertigkeit erfordert." schreibt er in Zwischen Oben und Unten: Prosa, Tagebücher, Aphorismen, literarische Nachträge (München [u.a.]: Langen-Müller, 1975, ISBN 3-7844-1562-8). Seiner kulturellen Wurzeln beraubt, starb Werfel am 26. August 1945 verbittert in Beverly Hills. "Der sicherste Reichtum ist die Armut an Bedürfnissen." (a.a.O.)

Franz Werfel wurde im Smoking begraben, mit Seidenhemd, neben sich ein zweites Hemd zum Wechseln, die Brille in der Jackentasche.